… Susanne Wied

Avatar-ZwiegesprächJeder, der sich in irgendeiner Form mit Psychologie beschäftigt, beschäftigt sich somit auch irgendwann mit Siegmund Freud, Alfred Adler und heute immer noch vor allem mit Carl Gustav Jung, dem Begründer der analytischen Psychologie. Allen Wissenschaftlern ist es wichtig, aus vergangenem zu lernen, es in die Gegenwart so zu übersetzen, dass es als Wissen auch weiterhin nutzbar ist und es als Grundlage für zukünftige Forschungen oder Lösungen bei – in diesem Fall – psychischen Schwierigkeiten unserer Spezies nutzen können. Vielen Kapazitäten aus den verschiedensten Bereichen und Fächern des Lebens haben es vermieden, das Rad immer wieder neu zu erfinden und dafür vorhandenes Wissen weiter entwickelt, so auch Carl Gustav Jung. Er interessierte sich unter anderem auch für das I Ging, dem chinesischen „Buch der Wandlungen“. Der Übersetzer des I Ging war der deutsche Sinologe Richard Wilhelm, der wiederum mit Carl Gustav Jung befreundet war.

So schrieb Jung auch das Vorwort für Wilhelm´s Buch:

„Ich stehe tief in Richard Wilhelm’s Schuld weil er auf die komplizierten Problem des I Ging Licht geworfen hat, und auch für Einsichten im Zusammenhang mit der praktischen Anwendung des I Ging. Mehr als dreißig Jahre habe ich mich für diese Orakeltechnik -oder auch Methode zur Erforschung des Unterbewussten – interessiert, da sie mir von äußerster Bedeutung schien. Als ich Richard Wilhelm in den frühen Zwanzigerjahren zum ersten Mal traf, war ich mit dem I Ging schon ganz gut vertraut; er bestätigte mir dann, was ich schon wusste und hat mich viele Dinge mehr gelehrt.“

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts griff auch ein Mann namens Hans Peter Maier das I Ging auf, allerdings hatte er einen ganz anderen Hintergrund als Carl Gustav Jung und sie liebe Frau Wied kennen diesen?

… oh ja, lieber Jonny Hofer. Hans Peter Maier (*1931 +2008) war zu dieser Zeit junger Verleger aus der Ravensburger Familie. Er hatte für den Verlag eine Druckerlehre absolviert (später studierte er dann noch Architektur) und war sofort von den Aspekten der Farbmischung fasziniert, die ihm nicht nur in der Ausbildung sondern auch mit den Autoren des Verlages begegneten. Darauf kommen wir später sicher noch einmal zurück.

Während eines Kuraufenthaltes in der Schweiz fragte er Hermann Hesse, den er persönlich kannte, nach seinem Werk „das Glasperlenspiel“ aus. 
Und dieser antwortete: „Lesen Sie erst mal das I-Ging, junger Mann“.
Das tat er dann auch! Und auch im Zug , wo ihn ein Mann auf seine Lektüre ansprach. Dieser Reisebegleiter und späterer Freund von Hans Peter Maier war Jean Gebser, ein literarischer Philosoph.

Er war einer der ersten Asienexperten, was damals noch sehr ungewöhnlich war. Gebser hatte nicht nur das I-Ging ausführlich studiert (sein Grundlagenwerk: vom Ursprung und Gegenwart), sondern auch die strukturelle Analogie zur Kybernetik aufgedeckt. Dies ist nachlesbar im Vorwort zu Leibniz Werk über das I-Ging und den binären Code.

 Ich nenne daher immer das I-Ging liebevoll die Mutter der Systemtheorie. Interessant ist übrigens, dass sowohl Leibniz als auch CG Jung das I-Ging von Jesuiten näher gebracht bekamen. Richard Wilhelm war eigentlich zum Missionieren nach China gesendet worden. Stattdessen erschloss er uns den größten Weisheitsschatz Asiens, dessen Einfluss wir noch immer im konfuzianistischen Weltbild oder auch z.B. in der Flagge Südkoreas wiederfinden.

Yin und Yang als ursprüngliche, einander bedingende Polarität sind die Ur-Einteilungen, aus denen sich dann die 8 Urbilder und letztlich die 64 Kapitel des I-Ging entwickelten. Es führt hier zu weit, im Detail darauf einzugehen, daher einfach ein Zitat von Hermann Hesse: „Es ist in diesem Buch ein System von Gleichnissen für die ganze Welt aufgebaut…Wenn man eine der Zeichenkombinationen anblickt, sich in Kian, das Schöpferische, in Sun, das Sanfte, vertieft, so ist das kein Lesen, und es ist auch kein Denken, sondern es ist das Blicken in fließendes Wasser oder in ziehende Wolken. Dort steht alles geschrieben, was gedacht und was gelebt werden kann.“

Diese Einsicht hat Hans Peter Maier sein ganzes Leben getragen, fasziniert und dann zu seinem Farbmodell geführt, das sich in die Ordnung des I-Ging wie gleichermaßen Goethes Farbenlehre einpasst. Übrigens begegnete er auch CG Jung, den aber seine Farbgedanken nicht weiter interessierten. Wenn man Jungs Gesamtausgabe liest, ahnt man ja, dass er das nur für einen Seitenaspekt seiner gesamten Archetypenlehre hielt. Das musste sich der arme Schopenhauer vom alten Goethe mit seiner Farbenlehre auch gefallen lassen…:-)

Wenn wir schon dabei sind so viele Namen und Motive kennenzulernen, interessiert es mich natürlich auch welches Motiv sie dazu bewogen hat, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Meine eigene unbedingte Liebe zur Farbe. Meine frühesten Erinnerungen sind mit Farbtöpfen, entstehenden farbenfrohen Bildern meines Vaters Horst Geldmacher und der befreundeten Künstler verbunden.

Mein beruflicher Weg führte mich dann aber nicht gleich in die Kunst, sondern erst einmal pragmatisch in einen Pflegeberuf. Dort fiel mir in den Krankenhäusern sofort der Mangel an Farbe und ästhetisch ansprechender Gestaltung auf. Und mir war gar nicht gleich bewusst, dass ich in der Pflege ein „bunter Hund“ war.

So habe ich dann erst mal auf meine literarische innere Stimme gehört und Germanistik studiert. Als ich dann Jahre später meine Diplomarbeit an der Humboldt-Universität (Charité) im ersten Studiengang Pflege zur Wirkung der Farbe auf den Menschen verfasste, war mir deutlich, dass ich dieses Feld nie wieder verlassen möchte.
Das Buch „Farbenräume“ beim Huber Verlag entstand daraus. Und so begann meine Aktivität im Deutschen Farbenzentrum. 

Und als dann noch ein paar Jahre später die über Jahre gewachsene Modellskizze Peter Maiers vor mir in einer Malerzeitschrift auftauchte, wusste ich: Das ist es! Das hast du gesucht. Da ist alles drin, das willst Du bis an Dein Lebensende ergründen. Ich habe dann aktiv bei einer Tagung den Kontakt zu HPM gesucht. Er verschwand dann erst mal wieder nach Andalusien. Und dann hat es noch mal drei Jahre gedauert, bis wir uns wieder auf einer Farbtagung über den Weg liefen. Aber dann war klar, ab jetzt tauschen wir alles über Farben aus, was wir jeweils zusammengetragen haben. Wir haben beide unserem Bauch vertraut.

Ich habe vor kurzem ein Zwiegespräch mit der amerikanischen Musikproduzentin Trisha Bowden geführt, auch da gab es schon das Thema Kliniken allerdings im Zusammenhang mit fehlender Musik. Wenn ich nun lange genug suche, finde ich bestimmt jemanden der mir etwas über die Verpflegung und den schlechten Geschmack in Kliniken erzählen kann, einen anderen, der mir erklärt was es mit dem Geruch auf sich hat und noch einen, der mir etwas von der unangenehmen Haptik der Wäsche in Kliniken erzählt. Alle werden auf ihre Weise Recht haben.

Frau Wied, sie sind vom Fach – genauer zwei Mal vom Fach, einmal von ihrer Ausbildung im Pflegeberuf und zum zweiten in ihrer Eigenschaft als Farbexpertin – haben sie mal überlegt alles andere auch mit ins Boot zu holen und eine Pflegerevolution auszuarbeiten?

… jetzt haben Sie mich erwischt: habe ich doch schon:-) Schauen Sie in den „Pschyrembel Pflege“, den ich seit über 10 Jahren herausgebe.
 Auf fast 1000 Seiten geballte Information mit fast 100 Experten aus der Praxis und dem Sozialrecht. Da steht alles drin, wie es richtig geht, riecht, isst, klingt und human organisiert werden kann. Ob privatwirtschaftlich oder öffentlich, ist dabei gar nicht so vorrangig. Denn wir finden bei beiden Modellen Vorteile und Nachteile.

Wir wissen also eigentlich wie wir mit allen Sinnen Menschen auf ihrem Weg durch Leben und Sterben wohltuend begleiten können. Wie sie sich selbst pflegen können im Bedarfsfall. An unserem kranken Gesundheitssystem beißen sich momentan alle die Zähne aus, die damit zu tun haben.

Holen Sie mir Öffentlichkeit, dann haben wir genug Menschen für die Revolution beisammen:-) Aber die meisten wenden sich lieber leise schaudernd ab und hoffen, dass das Thema sie nicht erwischt. Tut es aber: totsicher, irgendwann. Sie selbst, Ihre Eltern, schlimmstenfalls Kinder. Man macht heute lieber ein bisschen Charity und ist dann schnell wieder bei der Verdrängung.

Also bewahre ich mir zu weiterer Schaffenskraft meine farbenfrohe Lebensfreude, schreibe der Pflege zugute weiter und berate die Menschen direkt mit den ihnen zugehörigen Farben. Über die Farben werden Menschen weicher, ansprechbarer, u.a. auch für das Pflegethema. Wenn wir als Gesellschaft lernen, wieder die Prioritäten richtig zu setzen, bringen wir auch wieder Farbe und Lebenslust in die Kliniken und Heime.

ying-yang-zwiegespräch Ich bin da nicht naiv. Es reicht wirklich nicht, dass liebe, aber schlecht ausgebildete Menschen in einem System arbeiten sollen, das ihnen strukturell die Grundlagen für gute Pflege entzieht. Da können Sie die Klinik noch so farbig gestalten. Laut Kondratieff leben wir im Zeitalter des Gesundheitsmarktes. Aber Sie können nicht alles auf dem freien Markt regulieren. Wie soll ich denn mit 85 oder älter halbblind und taub, womöglich schon Inkontinenzmaterialien tragend mit meinem Rollator zum Yoga kommen?

Die ewige Gesundheit für alle ist eine Chimäre. Plötzlich sind wir alle selbst verantwortlich dafür. Und wenn es nicht klappt, Pech gehabt, rausgekickt aus dem Erfolgssystem. Wir haben eine Lebenserwartung von an die 100 Jahre. Und die Würde des Menschen sei unantastbar. Wer soll also die Revolution anzetteln – wenn nicht alle?

Jedoch müsste es doch bei Farben relativ einfach sein (stell ich mir ganz naiv vor), denn jeder – wirklich jeder – hat doch sein Zuhause in irgendeiner Farbe gestrichen, tapeziert, bemalt und das seit tausenden von Jahren, wenn wir die Höhlenmalerei dazu nehmen 🙂 Man müsste doch glauben, dass Farbe in allen Bereichen des Lebens wichtig ist, von jedem auch ausnahmslos verstanden wird.

Die Frage ist mit einem klaren Jein zu beantworten. Da gibt es zum einen die Lieblingsfarben. Dann die Farben, die ein gewisses Image versprechen. Weiterhin die Farben, denen man symbolisch eine Bedeutung zuordnet. Das ist aber abhängig davon, welche Symbole man dazu im Kopf und der Kultur hat.

Nebenbei bemerkt hat entgegen Ihrer Annahme fast jeder sein Zuhause in Weiß gestrichen weil er aus Kostengründen keinen Ärger mit dem Vermieter haben will. Oder weil er und sie denken, dass Weiß besser zu den Bildern passt. Oder die Rauhfaser abfällt beim Überstreichen des womöglich misslungenen Farbaufstrichs. Da hat uns der Konsumgott dankenswerterweise die Vliestapete gesendet, auf das wir alle farbig wirken und wieder abhängen können im Heim.

Im Krankenhaus hat sich irgendwann die Symbolkraft des Reinlichen durchgesetzt. Und ist aber auch schon länger durch farbige, leider oft planlose Gestaltung ersetzt worden. Im Pflegeheim kommt es darauf an, wer gewinnt: der Haushandwerker oder eine Fachkraft, die es den Menschen gemütlich machen will.

Das führt zur nächsten Kategorie: dem (guten) Geschmack. Über den lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Also muss die Gestaltung irgendwie versuchen, für alle zu passen, was sich oft als schiere Langeweile präsentiert in der Ausführung.

Mein persönlicher Fokus liegt daher nicht auf modischen Trends, sondern auf zu Individuen oder Personengruppen abgestimmten Farbkonzepten. Das gelingt am besten, indem ich ihre Resonanz auf die Farben aufgreife. Darin fühlen sich dann all die, die darin leben oder arbeiten, wohl. Die Modetrends und das gewünschte Image kann man dann immer noch mit der Auswahl der Funktionsmöbel aufgreifen.

Aber Sie wissen wie ich: das Image passt nur zu dem , der es auch selbst ausfüllt. Also kann ich getrost die Farben wählen, die in der Resonanz stimmig sind. Ach so, die Höhlenfarben: Die Frühmenschen hatten es einfach, alles um sie herum waren natürliche Materialien – Erden, Kohlereste, Pflanzen. Wir müssen heute wählen zwischen unterschiedlichsten Materialien. Da hat nicht jeder die richtige Information und das geschulte Auge. Also passiert oft: Farbidee gut, Ausführung, solala. Da scheiden sich dann die Ausstrahlungen und Ausführungen von billig zu anspruchsvoll. Und so streben wir unbewusst in die zu uns passenden Umgebungen. Ob wir sie uns leisten können oder nicht:-)) Wir sind also immer in einem farbigen Feld mit der Umgebung. Und passen dazu oder auch nicht.

Die scheinbare Vielfalt unserer Baumärkte hat zu einer Abnahme der individuellen Gestaltung und des gehobenen Handwerks geführt. Vieles ist einfach vorgefertigt. Man passt sich an. Und auch die Edeltempel lassen uns eher unsere Konsumgewohnheiten präsentieren, denn echte Individualität. Sie können heute zwischen Kostbarkeiten sitzen, die Ihre Gäste nicht erkennen als solche. Ob Sie ihre Vasen aus Murano oder eine chinesische Kopie haben, das erkennen die wenigsten. Ob Ihr Ölbild oder Ihre Skulptur ein echter Xy oder eine Kopie ist, ebenfalls. Eine sorgsam abgestimmte Farbigkeit lässt immer Wohlbefinden eintreten, auch wenn der Effekt nicht bewusst ist.

Die Farben müssen noch nicht einmal persönlich dem Besucher gefallen (auch in der Klinik). Die Komposition muss ausgewogen sein. Und da haben wir schon Grundgesetze der Farbharmonik, die wir evolutionär aus Höhlentagen und kulturell aus Goethetagen mit uns führen. Intuitiv als Betrachter. Professionell eingesetzt als Gestalter.

Ganz frech gehe ich nun einfach mal davon aus, dass Architekten eine solide Basis, ein hohes Grundwissen an Farblehre und Harmonik haben (sollten). Wieso haben wir trotzdem ein so großes farbgestalterisches Manko in privaten wie auch öffentlichen Bauten?

… weil, ohne den Architekten üble Absicht zu unterstellen, genau dieses nicht der Fall ist. Sie erwerben eben großenteils kein solides Grundwissen an den Hochschulen. Ich bin vernetzt mit Stars der Szene wie mit kleinen Lichtern unter den Architekten. Sie alle und der interdisziplinäre Austausch im deutschen Farbenzentrum bestätigen, dass es ein erhebliches Manko in der Ausbildung gibt.

Die paar Ausnahmen wie die Büros von Garnier und Sauerbruch oder auch im Klinikbau Wolf Dirk Rauh mit ihren herausragenden Leistungen kompensieren nicht das farbige Trauerspiel unserer öffentlichen Gestaltungen. Die Allgemeinheit der Architekten und Bauträger trauen sich was in Form, wenn wir Glück haben, aber Farbe halten sie für nachgeordnete Deko. Eine schwerwiegende Fehleinschätzung.

Übrigens plädiere ich hier nicht für eine übertriebene Buntheit, sondern für eine harmonische Einbettung oder mal provokante Aufpeppung in der Landschaft. In der Architektur herrscht ein Missverständnis vor: Der Architekt will sich mit seinen grandiosen Ideen verwirklichen und hält seine Ideen für die objektiv richtigen. Die wirklich guten, die ich kennenlernen durfte (mal abgesehen von der Farbe) fragen immer, ob sich der Mensch in seiner Behausung wohlfühlt und entfalten kann.

Hier schließt sich übrigens der Kreis zur Pflege. Die arroganten Kollegen – und diese gibt es – verbieten das Aufstellen von Bänken und Pflanzen im Innenhof z.B. einer preisgekrönten Fachhochschule. Die Rache war grausam: der Hausmeister hat dann bei Obihaus potthässliche Plastikpflanzkübel gekauft. Schluss war mit Zen Garten…. Die durchschnittlichen Architekten scheitern an ihren ebenso durchschnittlichen Kunden. Da kann man dann auch gleich Fertighäuser bauen… und wenn die dann die abperlenden pflegeleichten Dachziegel in unzerstörbaren Blau oder Dunkelrot haben, ist der Farbeindruck entsprechend statisch. Diesen Eindruck haben sie gern auf der Anfahrt zu einschlägigen Golfplätzen.

Unser öffentlicher Raum ist also ein Gesamtkunstwerk, an dem alle ihren Anteil haben vor allem auch die öffentliche Hand, die dieses planlose unhistorische Zersiedeln zulässt. Das war früher übrigens anders. Menschen dachten Farbe und Form mit Umgebung nicht getrennt. Und das war richtig, denn unser Gehirn kann das gar nicht auseinanderhalten zuzüglich der Bewegung.

Wir bräuchten also wieder „Gehirnkonformes“ Bauen, um es mit Ihren Worten zu sagen. Der Trend geht aber zu bunten industriekonformen Standardlösungen, was Sie auch an der diesjährigen Mode sehen können. Scheinbare Diversifizierung bei gleichzeitiger Verödung. MacDonalds-Prinzip. Filialen überall, global aber immer gleich.

Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse wurde ursprünglich in zwei Bänden veröffentlicht und er wollte zuerst auch Karten anstelle der Glasperlen für das Spiel nutzen. Wenn ich nun ihre Box mit dem I Ging der Farben öffne, was finde ich da – zwei Bücher und Farbkarten – Zufall?
Es hat sich so ergeben. Da bringen Sie mich auf eine Idee: noch ein farbiges Glasperlen-Set zum Spiel des Lebens hinzu zu fügen 🙂 

Es fällt sich zu, was sich anzieht und /oder einander bedingt. Ob als Molekül, als Sternenhaufen im Universum, als Ideengefüge oder Zufall. Diese kombinatorische Urerkenntnis hatten die alten Chinesen mit ihrem I-Ging. Und Hesse greift diese Idee in seinem Glasperlenspiel auf. Es liest sich ja recht trocken, hat aber nicht von ungefähr den Nobelpreis für Literatur erhalten. Wahrscheinlich wollte er genau aus diesem Grund auch die Karten verwenden. Denn Hesse schrieb ja nicht nur, sondern malte auch.

Die Sprachdimension reicht nicht, um die musische Fülle des Glasperlenspiels zu demonstrieren. Im I-Ging der Farben verwende ich die Karten im Idealfall kombiniert mit dem vorherigen HPM-COLOR-Resonanztest. Das Ensemble an Farbkombinationen ist geeignet, unsere unbewussten Motive und Wünsche im Leben in positiver Weise „ans Licht“ zu bringen. Wenn man die Farben intuitiv nach Vorliebe aus der Box oder dem Buch kombiniert, ergeben sich Inspirationen, die alles aktivieren, was wir bewusst und unbewusst an Potenzial zur Verfügung haben: Sozusagen eine Farbhypnose, ein Farbenspiel unserer Sinne. Es ist existentiell wirksam. Man will nicht mehr in die graue Vorzeit zurück. Viele Menschen haben sich schon mit Farben inspirieren lassen. Warum? Weil sie mit unserem limbischen System immer eine emotionale Reaktion hervorrufen. Wie die Musik auf einer anderen Ebene der Resonanz.

Eine Künstlerin aus meinem Netzwerk kombiniert fröhlich-frech alle möglichen und unmöglichen Farben aus der Box als Vorlage für ihre Farbstudien. Und sie malt sich so in eine tiefe innere Ordnung und Struktur hinein, die weit über unsere persönlichen Anlagen hinausgeht. Das ist Entwicklung. Ein Reifungsprozess im Leben. Glasperlenspiel. Ich wünsche allen Menschen den Mut und die Freude, in ihrem Leben zu „spielen“, verschieden Züge zu probieren und sich damit wirklich selbst kennen zu lernen. Das ist facettenreiche Arbeit und führt einen lernend und lehrend in die wirkliche Welt.

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Susanne-Wied

Susanne Wied ist ausgebildete Krankenschwester, studierte Germanistik & Psychologie und diplomierte danach noch in der Pflegepädagogik.

Sie hat Vorträge, Workshops, Seminare u.a. in den USA, Österreich, Deutschland, Bulgarien und China gehalten.

Sie ist außerdem Mitglied im Deutsches Farbenzentrum, Kuratorin für Farbtherapie und Gesundheit, Ethik- und Medizinbeirat Ategris Krankenhauskette. DBfK

Zusätzliches Wissen erlernte und erarbeitete sie in ihren verschiedenen Funktionen als

Gordon Kommunikationstrainerin/Ausbilderin (Gordon-Institut, Schweiz),
EFQM Assessment (deutsches Krankenhausinstitut, Düsseldorf),
Organisationsentwicklung (Institut Triangel Berlin),
Farbpunktur nach Peter Mandel (Esogetic Institut Bruchsal),
HPM-COLOR-Konzept (Hans Peter Maier, Ravensburg u. Ronda – Spanien),
EU-Zertifikat: Komplementäre Gesundheitswissenschaft (Graz),
Hypnotherapie (Thermedius Berlin) und als
Heilpraktikerin Psychotherapie.
.

1998: Gründung des Instituts für Pflege und Kommunikation am Hohenzollerndamm in Berlin
bis 2004 Gesamtleitung und Lehrtätigkeit bei der Mentorenausbildung der Pflegekräfte des Caritasverbandes Berlin,und Lehrtätigkeit für die Freie Universität Berlin für den pflegetheoretischen Anteil der Weiterbildung Intensivpflege
Lehraufträge der Alice Salomon-Fachhochschule und der Charité für Kommunikation und Erwachsenenbildung
Organisationsberatung und Coaching in Gesundheitsbetrieben
Beratungsdienstleistung bezogen auf die farbige Gestaltung in klinisch-pflegerischer Umgebung
Konzeption und Herausgeberin des Fachwörterbuches: „Pschyrembel Wörterbuch Pflege“.
Zahlreiche Vorträge zum Thema Kommunikation, Personalentwicklung im Gesundheitswesen und farbige Gestaltung von Räumen im Gesundheitswesen.
Zahlreiche Workshops zu den Themen:

Erleben und Umgang mit visueller Signalen in der Patientenversorgung (Raumgestaltung, „Patientenbeobachtung“)
kommunikative Kompetenzentwicklung
prozessorientierte Handlungskompetenz
Seit 2004 Aufbereitung und Weiterentwicklung des HPM-COLOR-Tests zur Wiedererlangung der Marktreife. Ausbildung eines Trainerstabes. Fertigstellung und Aktualisierung der HPM-Software.
2005 Antritt der Nachfolge des Farbtestentwicklers Hans Peter Maier (HPM-COLOR) . 2005 interdisziplinäre Studie HPM-COLOR-Test bei hirnorganisch geschädigten Patienten in Neurorehaklinik „Heilstätten Beelitz“.
Seit 2009 Coach der EU-Grundtvig Laboratories der Akademie für Visionautik, Berlin
2012 Umzug nach Kaiserswerth mit Bezug eigener Praxisräume Farbkreis-Susanne-Wied
Farbkreis-Susanne-WiedWir haben uns an den Gedanken einiger Farbpsychologen gewöhnt, es gäbe die Farben mit der symbolischen Bedeutung und Wirkung auf den Menschen. Blickt man aber tiefer in die Farblehren auf der ganzen Welt hinein, stellt man fest, dass wir alle in einem Resonanz-Gewebe aus persönlichen Voraussetzungen (z.B. Gene, Biographie) und Umwelteinflüssen (z.B. Zeitgeist, Image) leben. Darüberhinaus sind wir als Geschöpfe der Natur in einem Resonanzfeld beheimatet, innerhalb dessen wir auf Lichtfrequenzen mit spezifischen Farbempfindungen reagieren. Hieraus entsteht ein individuell persönlicher Mix. Es gibt also nicht die Farben, auf die jeder Mensch gleich reagieren würde. Und es gibt auch nicht die allgemeingültigen Persönlichkeitseigenschaften, die ein Mensch wegen seiner Farbwahl aufweist. Aber es gibt die individuell ermittelten Farben, die der lebendigen Entwicklung des Einzelnen oder der Gruppe wie einer Familie oder Bürogemeinschaft und deren Wohlbefinden dienen. Dieser Einsicht gehen langjährige Erfahrungen und auch Studien mit dem Instrument des HPM-COLOR-Farbresonanztests voraus.

 

 

 

 

 

 

 

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